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Mineralstoffkunde

Der Baustoff, aus dem Knochen und Zähne bestehen

Wissenschaftliche Fakten zu Calcium und Phosphor — zusammengestellt nach dem Wortlaut der Verordnung (EU) Nr. 432/2012.

Zu den Grundlagen

Erst getrennt, dann im selben Kristall

Im menschlichen Hartgewebe liegen Calcium und Phosphor nicht als lose Beimischung vor, sondern als geordnete Verbindung: Calciumionen und Phosphatgruppen bilden gemeinsam ein Kristallgitter, das sich zwischen die Eiweißfasern des Gewebes legt. Beide Elemente werden im EU-Recht dennoch einzeln geführt, mit eigenen Gutachten und eigenem Satzbau. Diese Seite hält sich an diese Trennung.

Die folgenden beiden Einträge nennen zu jedem Element den Bestand im Körper, die übliche Herkunft aus der Nahrung und die dafür zugelassenen Angaben im unveränderten Wortlaut.

Ca

Calcium — der größte Mineralbestand des Körpers

Ein erwachsener Mensch trägt zwischen 1.000 und 1.200 Gramm Calcium mit sich. Der weit überwiegende Anteil ist im Hartgewebe gebunden; nur ein Bruchteil eines Prozents zirkuliert gelöst im Blutplasma und in der Flüssigkeit zwischen den Zellen. Diese Verteilung erklärt, warum ein einzelner Serumwert wenig über die Zufuhr der vergangenen Monate aussagt.

Milch und Milcherzeugnisse liefern in Deutschland den größten Beitrag zur Tagesmenge. Daneben stehen einige Kohlarten, Nüsse, Mandeln, Hülsenfrüchte und calciumreiche Mineralwässer. Der Referenzwert für die Nährwertkennzeichnung beträgt 800 mg pro Tag.

„Calcium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

„Calcium trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

P

Phosphor — im Gewebe immer als Phosphat

Von Phosphor führt der Körper rund 600 bis 700 Gramm. Als freies Element kommt er dabei nirgends vor: Er ist stets an Sauerstoff gebunden und tritt als Phosphatgruppe auf — im Kristall des Hartgewebes, an den Kopfgruppen der Zellmembranen und an den Nukleotiden im Zellkern. Etwa vier Fünftel des Bestandes liegen im mineralisierten Anteil von Skelett und Zahn.

Phosphat begleitet in der Nahrung fast jedes eiweißreiche Lebensmittel: Käse, Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide. Hinzu kommt Phosphat aus technologischen Zusatzstoffen. Der Referenzwert für die Kennzeichnung liegt bei 700 mg pro Tag.

„Phosphor trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012

„Phosphor trägt zur Erhaltung normaler Zähne bei“

Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012


Der Anteil, der nicht im Blut zirkuliert

Wer Mineralstoffe nur als Laborwert denkt, unterschlägt den größten Teil der Geschichte. Bei Calcium und Phosphor sitzt die Masse dort, wo sie sich einer schnellen Messung entzieht: in einer festen, kristallinen Phase, die mechanisch belastbar ist und zugleich als Reserve dient.

Calcium im Gewebe und Calcium im Serum

Im Blutplasma bewegt sich die Calciumkonzentration eines gesunden Erwachsenen in einem sehr engen Bereich von etwa 2,2 bis 2,6 Millimol pro Liter. Knapp die Hälfte davon ist an Albumin und andere Eiweiße gebunden, der Rest liegt frei als Ion vor. Nur dieser freie Anteil ist an Signalvorgängen beteiligt. Der Organismus hält diesen schmalen Korridor über Parathormon, Calcitriol und Calcitonin ein — drei Botenstoffe, die Aufnahme im Darm, Rückgewinnung in der Niere und Austausch mit dem Hartgewebe aufeinander abstimmen.

Fest steht damit auch: Ein einzelner Serumwert im Normbereich sagt nichts darüber, wie viel Calcium über die letzten Jahre zugeführt wurde. Der Blutwert wird auf Kosten oder zugunsten des Gewebebestandes stabil gehalten, nicht umgekehrt.

Wo das nicht mineralisierte Phosphat tatsächlich sitzt

Beim Phosphat verhält es sich ähnlich, mit einem Unterschied: Ein nennenswerter Teil des nicht mineralisierten Phosphats sitzt nicht im Blut, sondern im Inneren der Zellen — als Bestandteil von ATP, von Kreatinphosphat und von den Phospholipiden jeder Zellmembran. Der Serumwert erfasst also nur ein schmales Fenster eines viel größeren Umsatzes. Die Niere ist hier die große Stellgröße: Sie filtriert Phosphat und holt einen einstellbaren Anteil wieder zurück.

Warum die Unionsliste beide Elemente getrennt führt

Die Liste der zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben ordnet jeden Satz genau einem Nährstoff zu. Eine Angabe, die zwei Elemente in einem Atemzug nennt, existiert dort nicht — auch dann nicht, wenn beide im Gewebe im selben Kristall sitzen. Der Grund ist verfahrenstechnisch: Jede Angabe geht auf ein eigenes Gutachten des zuständigen EFSA-Gremiums zurück, in dem geprüft wurde, ob die vorgelegten Daten für genau diesen Nährstoff und genau diese Funktion ausreichen.

Deshalb erscheinen für das Thema dieser Seite insgesamt vier getrennte Sätze — zwei zu Calcium, zwei zu Phosphor. Sie lauten im Original:

Das Wort „normal“ ist dabei kein Füllwort. Es begrenzt die Aussage auf den regelrechten Zustand und schließt jede Deutung in Richtung Besserung, Vorbeugung oder Genesung aus. Wer diese Sätze verwendet, darf sie weder kürzen noch in eigenen Worten wiedergeben.


Woraus sich die Tagesmenge in einer gemischten Küche zusammensetzt

Die beiden Mineralstoffe verhalten sich in der Nahrung sehr unterschiedlich. Phosphat ist nahezu überall dort, wo Eiweiß ist — ein gewöhnlicher Speiseplan kommt daher in Mitteleuropa ohne Zutun über den Referenzwert. Calcium dagegen hängt an wenigen ergiebigen Quellen; fällt eine davon weg, sinkt die Tagessumme spürbar.

Wie viel von der aufgenommenen Menge tatsächlich die Darmwand passiert, schwankt erheblich. Bei Calcium liegt die Quote bei Erwachsenen gewöhnlich zwischen einem Viertel und einem Drittel und steigt in Wachstumsphasen deutlich an; Vitamin D erhöht sie, Oxalsäure und Phytat setzen sie herab. Phosphat aus tierischen Lebensmitteln wird zu etwa 60 Prozent aufgenommen, Phosphat aus Zusatzstoffen dagegen nahezu vollständig, weil es dort in bereits freier Form vorliegt.

Diese Zahlen sind Anhaltspunkte aus Verzehrsstudien und Nährwerttabellen, keine Vorgaben für einzelne Personen. Sie erklären, warum zwei Speisepläne mit derselben Kalorienzahl bei diesen beiden Mineralstoffen weit auseinanderliegen können.


Zunyitsaum Grundlagen

Die schriftliche Fassung nimmt das Thema Schicht für Schicht auseinander: Eiweißfasern, Kristallphase, Zufuhrwerte nach Altersgruppe, Gehaltstabellen für einzelne Portionen und die vier freigegebenen Angaben im Originalwortlaut.

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